Das Elektroauto mit der Brennstoffzelle von Toyota – Neuer Wind in einem alten Thema

von Jürgen Vagt
Wie schon in meiner IAA Berichterstattung besprochen : http://elektroautovergleich.org/elektroautos-auf-der-iaa-lueckenfueller-oder-hoffnungsschimmer/

hat Toyota ein Wasserstofffahrzeug in der Kompaktklasse angekündigt. Vielen Interessierten dürfte nicht klar sein, dass auch Wasserstofffahrzeuge zu den elektrischen Fahrzeugen gehören. Aber in der Brennstoffzelle wird Wasserstoff in elektrischen Strom für den Antrieb des Autos umgewandelt. Auch in Deutschland werden die Brennstoffzellenfahrzeuge in den staatlichen Fördermaßnahmen umfasst, nur war es in den letzten fünf Jahren relativ still, um diese technische Option zur Elektrifizierung Aber auf der IAA gab es eine wenn auch kleinen Aufschwung für die Brennstoffzelle-Wasserstoffszene, weil der umsatzstärkster Autohersteller Toyota ein Auto mit Brennstoffzelle in der Kompaktklasse angekündigt hat. Allerdings hat Toyota für dieses Fahrzeug ein Absatzziel von 100 bis 200 Fahrzeugen in Deutschland im nächste Jahr bekannt gegeben, das ist für einen Hersteller mit einem Ausstoß von 8 Mio Fahrzeugen pro Jahr doch ein sehr beschauliches Ziel. Also viel Lärm um nichts.
Na ja, es ist schon eine neue Qualität, wenn der weltgrößte Autohersteller ein Brennstoffzellenfahrzeug zur Serienreife bringt. Das Brennstoffzellenfahrzeug passt auch zur unternehmerischen Strategie von Toyota, man konzentriert sich auf Hybride wie den Prius und Brennstoffzellenfahrzeugen und vernachlässigt die rein elektrischen Antriebe. Ich freue mich schon darauf dieses neue Elektroauto in meinen Empfehlungsgenerator aufzunehmen.

Empfehlungsgenerator für Elektroautos

Die Neuvorstellung des Brennstoffzellenfahrzeuges ist auch aufgrund der weitreichenden Implikationen jedoch sehr bedeutend, denn die Brennstoffzellentechnologie könnte ohne die Reichweitenproblematik bzw. den elektrischen Ladesäulenaufbau das fossile Auto ersetzen.

Hindernisse der Brennstoffzellen-Technologie – Energiebilanz, Tankstellennetz

Die Brennstoffzelle ist mit Wasserstoff ein effizientes Motorenkonzept, also die eingesetzte Energie wird zum vergleichsweise hohen Maß von 75 % zum Antrieb des Fahrzeuges genutzt. Die Brennstoffzelle wurde um 1820 erfunden und der Autor von 80 Tagen um die Welt und Technikutopist Jules Verne prognostiziert schon um 1880 ein Wasserstoffjahrhundert. Erstmals wurde die Brennstoffzelle mit dem Speichermedium Wasserstoff in den amerikanischen Raumfahrtprogrammen in den frühen 1960er eingesetzt. Allerdings krankt diese Technologie immer an drei Punkten:

eine negative Energiebilanz in der Erzeugung
ein fehlendes Tankstellennetz
eine komplexe Produktion

Den letzten Punkt hat Toyota nun gemeistert, aber bleibt der erste und zweite Punkt. Zum Verständnis man muss mehr Energie aufwenden, um Wasserstoff zu erzeugen, als dann im Speichermedium für den Antrieb zur Verfügung steht. Gegenwärtig wird auch noch sehr viel fossile Energie verwendet, um in Wasserstoff umgeformt zu werden, somit ist die Brennstoffzelle – Wasserstofftechnologie nicht an sich umweltfreundlich. Im Zuge der Energiewende kann sich dieses ungünstige Verhältnis auch noch ändern. Allerdings fehlt ein Wasserstofftankstellennetz, deutsche Unternehmen wie Lindegas planen auch schon den Aufbau eines solchen Netzes. Ich halte euch auf jeden Fall auf dem Laufenden, was diese technische Entwicklung angeht.

 

Veröffentlicht von Jürgen Vagt

Ich promoviere über die Etablierung von Elektroautos und mir ist die Debatte zu hektisch und oberflächlich, daher will ich hier mein Expertenwissen über Elektroautos und alternative Antriebe teilen.

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