Das Genörgel der Medien am E-Auto

von Jürgen Vagt

Man darf Journalisten eigentlich nicht kritisieren, das wäre ein Angriff auf die Pressefreiheit. Der Papst ist aber auch von seinem Unfehlbarkeitsdogma abgewichen, da nehme ich mir mal die Freiheit ein paar Verbesserungsvorschläge an Journalisten zu unterbreiten. Hier ist ein Beitrag der gebührenfinanzierten Medien, bei dem ich noch eine bisschen Luft nach oben hinsichtlich der Objektivität sehe. Es fängt mit dem Titel an, wie die Politik und Autoindustrie das Elektroauto verhindern. Der verantwortliche Redakteur hat sich eine Meinung gebildet und als Frage umformuliert. Damit war denn der Titel des Beitrages gefunden, der ganze Beitrag war eher nörgelnd als informierend. Da möchte ich in eine einzelnen Aspekten gegenhalten, daher hier der Link : http://www.ardmediathek.de/tv/kontrovers-Bayerisches-Fernsehen/Die-Story-Das-M%C3%A4rchen-der-Elektromobili/Bayerisches-Fernsehen/Video-Podcast?documentId=30169682&bcastId=6336366

Martin Winterkorn, die Ergotherapeutin, und das fehlende Interesse der Autoindustrie

Martin Winterkorn, man kann hinsichtlich des Betrugsskandals zu ihm stehen wie man will, aber er wird mit der Aussage zitiert, dass es immer noch nicht klar ist, ob sich das Elektroauto durchsetzen wird. Der Beitrag beschreibt, dann im Kommentar oder besser formuliert in der Erklärung, dass Winterkorn die Verbrenner bevorzugt. Das hat er aber gar nicht gesagt, sondern er könnten meinen, dass die Richtung zwischen Wasserstoff oder Batterie betriebene Fahrzeug noch nicht entschieden worden ist. Winterkorn ist Werkstoffkundler und nicht von Lithium überzeugt, es könnten sich noch andere Werkstoffe sich als Batteriespeicher durchsetzen.
Dann wurde eine Ergotherapeutin, die einen E- Golf für 34000 € in den Modellversuchen getestet hat, befragt. Sie würde sich kein elektrisches Auto kaufen, wegen des Preises und Sie braucht mehr Reichweite. Ich möchte keiner Ergotherapeutin zu nahe treten, aber Innovationen wurden am Anfang auch noch nie von der Mittelschicht gekauft, sondern von den Gutverdienern. Das galt für das Internet genauso wie für den Mobilfunk. Wegen der höheren Preise und der technischen Affinität haben sich Innovationen im Anfangsstadium bei höheren Einkommensschichten durchgesetzt.
Dann wurde das fehlende Interesse an Elektroautos bemängelt und da kann man ja nicht widersprechen. Das ist auch nicht mehr als eine undifferenzierten Totschlagargument, denn ob die Autoindustrie Interesse hat oder nicht, sei mal dahin gestellt. Die Autoindustrie investierte relativ hohe Beiträge Ihrer Forschungsetats in Elektromobile Antriebe und stellt vermehrt Elektroingenieure ein. Das sind harte Fakten, die für die Etablierung des Elektroautos innerhalb der Autoindustrie sprechen und vagen Beschreibungen von Motivationen.

Veröffentlicht von Jürgen Vagt

Ich promoviere über die Etablierung von Elektroautos und mir ist die Debatte zu hektisch und oberflächlich, daher will ich hier mein Expertenwissen über Elektroautos und alternative Antriebe teilen.

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