Volkswagen in einer existentiellen Krise – Ganz Deutschland bangt Ganz Deutschland -nein, die Elektromobilitätsszene nicht

Nun überschlagen sich die Nachrichten in dem Volkswagenskandal, ich kann auf dieser Plattform leider keine komplette Übersicht über die Nachrichtenlage darstellen. Aber durch Recherchen von Journalisten weitet sich der Skandal nun auf Europa aus und in den USA positionieren sich Verbraucherschützer, Umweltschützer mit Klagen gegen Volkswagen. Der Vorstand und Aufsichtsrat bei Volkswagen ist ausgewechselt und das Kraftfahrzeugbundesamt hat die Planungen von Volkswagen hinsichtlich der Rückrufaktion und der Umbaumaßnahmen akzeptiert Die deutschen Umweltschützer haben zwar noch keine konkreten Planungen von Klagen gegen Volkswagen kommuniziert, aber das kann ja noch kommen.
Der Volkswagenchef hat sich nun vor dem amerikanischen Kongress entschuldigt, aber ob das jetzt den amerikanischen Kunden positiv stimmen wird, würde ich bezweifeln.
Die Staatsanwaltschaften ermitteln wegen Betrug und kriminellen Verschleierung, man kann gegenwärtig davon ausgehen, dass noch einige Köpfe bei Volkswagen rollen werden.
Ich möchte, die ganze, hektische Diskussion versachlichen. Daher ein paar Zahlen: Volkswagen hatte in 2014 ein Eigenkapital von 80 Milliarden Euro. Der Schadensersatz gegenüber der amerikanischen Zulassungsbehörde beträgt 18 Milliarden Euro und der Schadensersatz wegen den falschen Produktversprechen beträgt wohl 5 Milliarden Das sind nur durch rechtliche Ansprüche in den USA 23 Milliarden, dann könnten zivilgesellschaftliche Klagen durch Verbraucherschützer, Umweltschützer in den USA hinzukommen. Das hat in den USA schon Konzerne zu Fall gebracht und damit ist der Skandal noch nicht in Europa juristisch verarbeitet. Der neue Vorstandsvorsitzende hat schon in einer Betriebsversammlung angekündigt, dass alle Investitionen auf den Prüfstand kommen. Das gilt wohl auch die elektrischen Antriebskonzepte.

Wo steht Volkswagen im Wettbewerb um den Elektroautokäufer

Soweit jetzt klar ist, hat es kriminelle Handlungen bei Volkswagen gegeben, aber natürlich hat der zweitgrößte Autohersteller mit einem Stammsitz in Deutschland eine Bedeutung für die Etablierung der Elektroautos. Insbesondere für den deutschen Markt, denn die deutschen Autohersteller bedienen 70 % des heimischen Absatzes. Volkswagen mit seinen 11 Konzernmarken, bedient in Deutschland große Teile des Klein- und Kompaktsegmentes und der deutsche Autokäufer wechselt äußerst ungern die Marke des Vertrauens. Die Markenbindung ist historisch gewachsen und verglichen mit z.B. der Unterhaltungselektronik haben ausländische Autohersteller beim Autokauf nur kleine Marktanteile erreicht.
Der Erfolg des Elektroautos hängt in Deutschland von Volkswagen ab, die Volkswagenflotte ist bereits sehr hybridisiert In jeder Fahrzeugklasse gibt es einen Hybrid als Abrundung des Angebotes, nun ist der UP – das Kleinstfahrzeug von Volkswagen voll elektrisch verfügbar. Gegenwärtig ist ein direkter Vergleich zu anderen Automobilherstellern schwierig, da die Elektromobiliät im Automobilbau noch zu wenig entwickelt ist. Aber tendenziell kann ich sagen, dass Toyota dessen Angebot stärker hybridisiert hat und Renault das beste Angebot an elektrifizierten Fahrzeuge hat. Volkswagen hat als Massenhersteller auch eine schlechte Ausgangsposition, denn Elektroautos und damit Produktinnovationen müssen massenkompatibel sein.
In den beginnenden Wettbewerb um den Markt der Elektroautos, ist der Abgasskandal und der damit verbundene Investitionsrückgang natürlich ein Riesenhandikap. Es bleibt zu hoffen, dass Volkswagen nicht an diesem Zukunftsfeld spart, sonst fällt auch Deutschland im Wettbewerb um die Technologieführerschaft zurück.

Veröffentlicht von Jürgen Vagt

Ich promoviere über die Etablierung von Elektroautos und mir ist die Debatte zu hektisch und oberflächlich, daher will ich hier mein Expertenwissen über Elektroautos und alternative Antriebe teilen.

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.


*

Top
Blogverzeichnis - Bloggerei.de