Prämie für Elektroautos ist ein Flop – In China wird Sie schon gedrosselt

 

von Jürgen Vagt

ca. 7000 Anmeldungen. Das ist bitter. So viele Anmeldungen hat es für die Förderprämie im Jahr 2016 gegeben und damit kann man die Prämie als Flop bezeichnen. Der finanzielle Kaufanreiz hat also keine größere Käuferakzeptanz erzeugt und wird somit wenigstens auf kurze Sicht keinen Durchbruch für die Elektromobilität erzeugen. Ich hatte ja schon lange über dieses Thema geschrieben: http://elektroautovergleich.org/elektroautos-mit-kaufpraemie-mit-5000-e-staatskohle-zum-sechszylinder/ .

Warum hat es nicht funktioniert?

Nun die elitäre Zeit schreibt : http://www.zeit.de/mobilitaet/2016-12/elektroautos-kaufpraemie-elektromobilitaet-bilanz . Es ist meiner Meinung nicht sinnvoll, die allgemeinen Gründe wie mangelnde Ladeinfrastruktur und schwaches Angebot aufzulisten, wie es das Hamburger Magazin tat. Denn es muss etwas spezifisch Deutsches sein, um dieses Debakel zu erklären.
Denn warum hat eine Prämie den Absatz von Elektroautos in den Niederlanden stimuliert und in Deutschland eben nicht. Nun es liegt an der deutschen Autoindustrie und der Loyalität der Deutschen gegenüber Ihrer heimischen Autoindustrie. Fast 70 % der deutschen Neuwagenkäufer kaufen Autos der deutschen Marken und deren Angebot ist bei voll elektrischen Fahrzeugen schlimm und bei hybriden Fahrzeugen mau. In Märkten, wo stärker japanische und französische Modelle gekauft werden, hat die Prämie eine größere Wirkung.

China reduziert die Förderung

In China hat es schon eine Vervierfachung des Absatzes von Elektroautos gegeben, für diesen Effekt hat die chinesische Regierung aber auch 4,5 Milliarden ausgeben. Nun reduzieren die Chinesen die Förderung des Erwerbs eines Elektroautos um 20 % und die Beschaffung von elektrischen Linienbussen wird noch stärker reduziert. Die Autohersteller sollen von finanziellen Hilfen entwöhnt werden und man geht in China schon zu mengenmäßigen Auflagen über: http://elektroautovergleich.org/elektroautoquote-in-china-ein-boeser-schreck-fuer-die-deutsche-autoindustrie/ .
So weit sind wir in Deutschland noch lange nicht.
In China haben sich insbesondere die chinesischen Hersteller als Elektroautopioniere positioniert und dominieren diesen jungen Markt. Insbesondere der Erfolg der elektrischen Linienbusse ist interessant, denn in Deutschland hat sich dieses Thema überhaupt noch nicht entwickelt. Ich werde in der nächsten Zeit einen Onlinekurs zu diesem Thema auflegen, denn Busunternehmen können und werden von Elektrobussen profitieren.

2 Kommentare

  1. Leonard

    Hallo Jürgen,
    ich bin über das Freie Taxiforum auf deinen Blog gestoßen und muss sagen, dass es sehr interessant
    ist, wie sehr du hinter den Elektrotaxis stehst. Hast du denn schon mitbekommen, dass auch ein
    Berliner Taxiunternehmer auf Elektro umgestiegen ist und die Kunden dadurch sehr zufrieden sind?
    Ich muss ehrlich gestehen, ich kann mir schwer vorstellen das Fahren eines Elektroautos zu
    genießen. Das Geräusch des Motors gefällt mir dabei doch zu gut – dennoch bin ich sehr auf die
    Zukunft gespannt!
    Beste Grüße und frohes neues Jahr aus Koblenz!

  2. Tim Kuhardt

    Die frage, warum die Prämie Flopt ist überhaupt nicht beantwortet; die Chinesische Gesetzeslage zur Emissionen und Förderung von alternativen Antrieben nicht ansatzweise dargelegt. China und Deutschland in dieser Hinsicht zu vergleichen ist absolut ohne Sinn und Aussagekraft.
    Warum kauft keiner Elektroautos?
    1.) Weil sie zu teuer sind. Für die Anschaffung eines Familientauglichen Autos kommen bestehende E-Konzepte einfach nicht in Frage. Tesla? GTE? eUP? Twissy? Die Liste läßt sich beliebig fortsetzen. Frühestens als Zweitwagen zum Pendeln für die Arbeit käme ein solches Fahrzeug z.Zt, in Frage – vorausgesetzt man nimmt min. 3000€ Mehrkosten gegenüber eines vergleichbaren Modells in Kauf. Bis die sich amortisiert haben (und das dauert bei der begrenzten Reichweite und den moderaten Steuerersparnissen sehr lange), die Batterielebensdauer überschritten. Also Entweder muß ich den zusätzlich gesteigerten Wertverlust einkalkulieren oder monatiche Mehrkosten für Batterieleasing hinzurechnen, wie bei den Franzosen.
    2.) Die Reichweiten sind zu begrenzt und die Ladezeiten zu lang. Ich kann das Fahrzeug schlicht weg nicht nutzen, wenn ich mehr als 250/300km in die Heimat oder den Urlaub fahren will. Sie können nicht beliebig Mehrgewicht ins Fahrzeug packen, um die Reichweite zu erhöhen – Stichwort Schwungmassenklassen, CO2-Flottenverbrauch, Footprint.
    In einen Liter Kraftstoff gehen min. 40MJ/kg also locker 50MJ/l. In die Batterie etwa 1,1MJ/kg. Selbst bei einer Verdoppelung der Batteriekapazität (technologisch beinahe utopisch) schleppen sie also immernoch 20-25x Mehrgewicht mit sich rum – Bei einem Tank von 45l (33kg) also bei gleichem Energieinhalt 600kg. Dauerhaft! Da ist noch nicht mal mit eingerechnet, daß sie bei Lithium-Ionen-Akkus nur etwa 30% der Nominalkapazität nutzen können – auf Grund der Lebensdaueranforderungen.
    3.) Ladeinfrastruktur: wie soll ich denn mein Fahrzeug laden, wenn ich in einem Mehrfamilienhaus wohne und ständig wechselnden Parkplätzen benutze? Soll ich mir ein Verlängerungskabel aus dem Fenster legen?
    Etc. etc. etc.
    4.) Für alle Enthusiasten und Idealisten: wie sehen denn Ihre Upstream-Emissions aus? Also Wheel-to-wheel. Wo kommt denn der Strom her? Wieviel CO2 wird bei der Erzeugung, Speicherung, Weiterleitung, Ladevorgang freigesetzt. Rechnen Sie das mit ein, und der Verbrenner kommt besser raus. Oder wollen Sie etwa den Energiebedarf aller Fahrzeuge in D Alternativ erzeugen?! Viel Vergnügen bei der Planung unzähliger Windkraftanlagen, Solarparks und dem Rechtsstreitigkeiten mit den Anwohnern. Mal davon ab, daß sie die Flächen z.T. der traditionellen Nutzung entziehen!

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