Von Jürgen Vagt
In der Ruhe des Jahreswechsel und aufgrund meines neuen Buchprojektes, das sich mit der automatisierten, autonomen bzw. selbst fahrenden Auto beschäftigt. Will ich mal die Zeit nutzen, um mich mit der Automobilindustrie zu beschäftigen, denn ich bin auf diesen Artikel gestossen: http://www.wiwo.de/finanzen/boerse/elsaessers-auslese-automobilkonzerne-die-dinosaurier-von-morgen/12766810.html
Hier schreibt ein Börsenkolumnist über die Autoindustrie und stellte erst einmal die Börsenwerte renommierter Softwareunternehmen wie Google, Apple den Börsenwerten den großen Autohersteller wie Daimler und Renault gegenüber. Natürlich ist das Ergebnis des Vergleiches eindeutig, denn die Autohersteller machen im Durchschnitt nur ein Zehntel der Marktkapitalisierung aus, das vernichtende Urteil der Börsen führt auf mangelnde Innovationstätigkeit der Autoindustrie zurück.
Beiläufig informiert uns über seinen Wohlstand, indem er uns wissen lässt, das er über einen alten Jaguar verfügt. 50 Jahre sei der Jaguar alt und in dieser Zeit hätte sich das Autofahren nicht geändert.
Börsenwahrheiten- Softwareunternehmen übernehmen die Autoindustrie
Mir ist da wohl etwas entgangen, aber ein 50 Jahre alter Jaguar hat wohl keine Sicherheitszelle, Sicherheitsgurte, ABS oder Allradantrieb. Wenn man die Sicherheitstechnik isoliert betrachtet, sank die Zahl der Verkehrstoten von 1970 auf ca 3500 in der Gegenwart. Es wohl also doch ein paar Innovationen im Automobilbau gegeben.
Das scheint, dem Börsenkolumnist entgangen zu sein, und er repräsentiert eine Branche, deren Innovation das Leben vieler Menschen ruiniert hat. Kommen wir zum inhaltlichen Kern.
Denn weiter vertritt diese Börsenstimme die Position, dass die Softwareindustrie über die Themen des automatisierten Fahrens und das Elektroauto der konventionellen Autoindustrie übernehmen wird. Das sehe ich anders, denn die Autoindustrie kann erfolgreich Innovationen umsetzen und anderseits sind moderne Autokonzerne nur Produktionssteuerer. Moderne Autokonzerne haben eine geringe Fertigungstiefe und kaufen einen großen Anteil an Zulieferteile nur hinzu, so dass es eher wahrscheinlich ist, dass durch diese Innovationsthemen wie dem automatisierten Auto einfach nur mehr und andere Zulieferteile hinzu kommen. Aber die Produktionssteuerung bleibt bei den Autoherstellern.